III,1 Iphigenie erfährt von dem zweiten Opfer, dass ihr Bruder Orest ihre Mutter umgebracht hat (Fortsetzung der Exposition), weiß jedoch nicht, dass erselbst vor ihr steht. Schließlich gibt sich Orest zu erkennen, weil er nicht länger Pylades' Lügen fortsetzen möchte.
Vorsichtig - da Orest merklich verwirrt ist - beginnt sie, die Anagnorisis, das Wiedererkennen auch bei ihm zu bewirken: "Mein Schicksal ist an deines fest gebunden." (Z. 1122) Doch er versteht ihre vagen Andeutungen falsch und meint, seine Todessehnsucht und die Erynnien würden Iphigenie nicht gefährden. Als diese konkreter nach weiteren Geschwistern fragt, fühlt sich Orest gequält, da er im Glauben lebt, dass Iphigenie - gemäß dem Tantaliden-Fluch - von ihrem Vater getötet worden sei. Als sie sich ihm dann völlig offenbart, glaubt er ihr zunächst noch immer nicht, er ist misstrauisch und ungläubig, bis sie ihm ihr Schicksal, die Entführung nach Tauris schildert. Nun akzeptiert Orest sie, ist aber nicht erfreut, sondern entsetzt, da er als Folge des Tantaliden-Fluchs davon ausgeht, dass die Schwester ihren Bruder opfern soll. Da er kinderlos sterben würde, ist er dazu jedoch bereit und empfiehlt Iphigenie, ihm ins Totenreich zu folgen.
Bewusstlos bricht er am Ende des Auftritts zusammen, Iphigenie verlässt ihn auf der Suche nach Pylades.